Schützengesellschaft Martini Pietling e.V.

gegr. 1984 - Mitglied im Rupertigau / Oberbayern

 

 

Chronik

Mit einer kleinen Sensation begann am 8. Juni 1984 die Vereinsgeschichte der Martinischützen Pielting: Über 90 Personen traten bei der Gründungsversammlung im Gasthaus Gruber der neuen Schützengesellschaft bei, wohl einmalig im ganzen Rupertigau und den umliegenden Gauen. Die Martinischützen waren der 42. Verein im Schützengau Ruperti und der dritte Schützenverein in der Gemeinde Fridolfing, neben den Altschützen und der SG-Neu-Fridolfing.

Vorausgegangen war der Gründung die Initiative einiger schießsportbegeisterter Bürger: Nach den guten Ergebnissen verschiedener Pieltinger Gruppen bei den jährlichen Gemeindemeisterschaften, die die beiden bestehenden Vereine abwechselnd ausrichteten, reifte der Gedanke, eine eigene Pietlinger Schützengesellschaft zu gründen, wie sie bereits einmal um die Jahrhundertwende bestanden hatte, dann aber vermutlich wegen des ersten Weltkrieges wieder eingeschlafen war.

Die Resonanz auf die Einladung zur Gründungsversammlung war überwältigend: Über 90 Anwesende zeigten mit Ihrem Kommen, dass sie nicht nur als Dorfgemeinschaft fördern wollten.

In den Sommermonaten wurde daraufhin fleißig gearbeitet und vorbereitet, um im Herbst die erste Schießsaison eröffnen zu können. In den Kellerräumen im Gasthof Gruber wurden sechs vollautomatische Schützenstände eingebaut, als Schützenstüberl wurde der im Fasching als Bar genutzte Raum vorgesehen. Die erste Vorstandschaft mit Schützenmeister Alois Lex, seinen Stellvertreter Hans Kellner (der zunächst auch das Amt des Sportwartes ausübet), Kassier Herbert Jäger, Schriftführerin Agnes Lenz und Gerätewart Sebastian Gruber erledigte Formalitäten, kaufte Gewehre und besorgte notwendiges Zubehör. Schon in dieser Phase pflegte man freundschaftlichen Kontakt zu den beiden anderen Fridolfinger Vereinen, der bis heute anhält und nicht zuletzt dadurch bestätigt wird, dass die "Neu-Schützen" die Patenschaft zur Fahnenweihe der Martinischützen übernommen haben.

Bevor die Anlage mit dem Gründungsschießen vom 10. bis 14. September 1984 offiziell eröffnet wurde, segnete Pfarrer Willibald Mittermaier am 4. September die Schießstände. Da nach der Gründungsversammlung die Zahl der Vereinsmitglieder ständig wuchs, kamen zum Gründungschießen 107 Schützen und Schützinnen. Ilse Kellner schoss mit einem 16 Teiler das beste Blattl und gewann die Gründungscheibe, die der Pietlinger Schnitzer Johann Wambach geschnitzt und gestiftet hatte.

Ilse Kellner gewann die Gründungsscheibe; links Schützenmeister Alois Lex

Ende September fand dann das erste Anfangschießen Statt mit dem der regelmäßige Schießbetrieb eröffnet wurde. Aufgrund der hohen Mitgliederzahl wurden von Anfang an wöchentlich zwei Schießabende abgehalten, um allen ausreichend Übungsgelegenheiten zu geben. Schon kurze Zeit nach dem Schießbeginn ging neben Ringergebnissen für die Jahresmeisterschaft auch um eine Blattlwertung: Alois und Irene Maier hatten, wie es bei den Schützen seit jeher guter Brauch ist, aus Anlass ihrer Hochzeit eine Ehrenscheibe gestiftet, die nun über mehrere Wochen hinweg ausgeschossen wurde. Willi Lebacher gewann mit einem 15-Teiler diese erste Ehrenscheibe, der in den kommenden Jahren eine große Zahl weiterer Scheiben folgte.

Die Vereinsmitglieder ließen und lassen es sich nicht nehmen, bei Familienereignissen wie Hochzeit, Silberhochzeit, rundem Geburtstag oder Geburt eines Kindes ein Andenken zu stiften. der Schützenverein seinerseits bedankt sich mit einem kleinen Geschenk und die Vorstandschaft stattet den Geburtstagsjubilaren jeweils einen Gratulationsbesuch ab.

Noch vor Weihnachten 1984 luden die Martinischützen die beiden anderen Schützenvereine der Gemeinde zu einem Eröffnungsschießen ein, wobei das gute nachbarschaftliche Verhältnis quasi offiziell besiegelt wurde. Außerdem wurden die Martinischützen zum Wimpelschießen eingeladen, einem freundschaftlichen Vergleichskampf von nunmehr sechs benachbarten Schützenvereinen (Schönram, Kirchanschöring, Lampdong, Alt-Fridolfing, Neu-Fridolfing und Pietling), dar jährlich im November ausgetragen wird.

Die Geselligkeit hatte natürlich von Anfang an ihren gebührenden Platz im Vereinsleben der Martinischützen. Eine gemeinsame Weihnachtsfeier mit den Kickerfreunden und ein maskiertes Faschingsschießen waren die ersten größeren Ereignis dieser Art.

Mit besonderer Spannung wurde im Mai 1985 das Ereignis des ersten Endschießens der Martinischützen erwartet, wurde dabei auch gleichzeitig der ermittelt. die Überraschung war schließlich perfekt, als Vereinswirtin Monika Gruber die Königswürde errang. Erster Wurstkönig wurde Hans-Jürgen Kellner und Brezenkönigin  Johanna Obermaier.

Noch vor der Sommerpause fassten die Mitglieder den weit reichenden Beschluss, sich bereits jetzt eine eigene Vereinstracht zuzulegen, denn neben den Feierlichkeiten der Ortsvereine und den Kirchlichen Festen galt es auch bald, die Gründungsfeste und Fahnenweihen anderer Schützenvereine zu besuchen. Anfang Juni 1985, beim Jubiläum der Blaskapelle Fridolfing, präsentierten sich die Marinischützen erstmals in ihrer schmucken Tracht und bekamen dafür allseits anerkennende Worte.

Mit dem zweiten Anfangschießen Ende September 1985 begann quasi die Routine im Pietlinger Schützenwesen, da man die Erfahrungen des Gründungsjahres aufbauen konnte.

Ein besonderes Augenmerk legte man bei den Pietlinger Schützen von Beginn an auf die Jugendarbeit. die Buben und Mädchen bekamen jeden Dienstagnachmittag Gelegenheit zum Üben. Die Nachwuchsschützen waren mit Eifer bei der Sache und konnten schon bald respektable Ergebnisse vorweisen, mit denen man einen Vergleich mit den Schülern und jugendlichen benachbarter Schützenvereine nicht scheuen brauchte. Viel Spaß hat der Nachwuchs auch jährlich bei der eigenen gemütlichen Weihnachtsfeier an einem Nachmittag im Advent. Ein weiterer Ansporn für die Buben und Mädchen war sicher auch der Beschluss des Schützenmeisteramtes, beim zweiten Endschießen einen Jugendkönig auszuschießen. Bernhard Lenz  errang als erster diese Würde. Jugend-Wurstkönig wurde Hans-Jürgen Kellner und Brezenkönigin Katrin Obermayer.

Vor dem Ende der zweiten Schießsaison gab es jedoch ein weiteres großes Ereignis, die Gemeindemeisterschaft im Luftgewehrschießen. Bei dieser Veranstaltung konnten die Martinischützen sich und ihre Anlage erstmals einen großen Teil der Gemeindebürger vorstellten. Mit 378 Schützen und Schützinnen nahm nämlich rund ein Zehntel der Gemeindebürger an dieser beliebten Meisterschaft teil. "Mit dieser Rekordbeteiligung haben die Martinischützen Maßstäbe gesetzt", lobte damals s Bürgermeister Josef Mörtl.

Bei der zweiten Königsfeier am 26. April 1986 konnte Schützenkönigin Monika Gruber die Kette an ihren Nachfolger Franz Kroier übergeben. Wurstkönig wurde Huber Schwaiger, Brezenkönig Franz Strecha. Bei den Jahreshauptversammlung wenige Wochen später wurde erstmals öffentlich als Wusch und Ziel der Martinischützen die Weihe einer eigenen Fahne ausgesprochen. Doch dies, so glaubte man damals, werde noch eine Reihe von Jahren dauern. Die Vorstandschaft wurde in ihren Ämtern bestätigt, wobei Hubert Schwaiger zusätzlich zum Sportwart und Hans-Jürgen Kellner zum Gerätewart gewählt wurden.

Den Sommer über besuchten die Martinischützen eine Reihe von Schützenfesten und anderen Veranstaltungen. Die Geselligkeit wurde vor allem beim Spanferkelessen gepflegt, das mit einem lustigen Saukopfschießen verbunden wurde. Die Hälfte des dritten Schützenjahres war anschließend geprägt von den wöchentlichen Schießabenden mit zahlreichen Ehrenscheiben, dem Wimpelschießen, einem Vergleichschießen der Jugend und der Weihnachtsfeier. zu Beginn des Jahres 1987 bestätigten die Nachwuchsschützen ihre guten Leistungen bei weiteren Vergleichschießen.

Ausgezeichnet schnitten die Martinschützen auch bei der Gemeindemeisterschaft 1987 ab, die diesmal von den Altschützen ausgerichtet wurde. Bei den Schüler, Jugendlich und Junioren stellt man jeweils die Sieger und zahlreiche weitere vordere Plätze.

Ein Schützenkönig regierte auch 1987 in Pielting: Georg Huber löste Ende April Franz Kroier ab. Wurstkönig wurde in diesem Jahr Ludwig Obermayer und Brezenkönig Adolf Maier. Bei den Jugendlichen errang Bernhard Krallen die Königswürde, während Katrin Obermayer den Titel der Wurstkönigin und Andrea Esterbauer den Titel der Brezenkönigin bekamen.

Schneller als erwartet fiel dann bereits bei der dritten Jahreshauptversammlung am 12. Mai 1987 die Entscheidung, im Jahre 1989 die Fahnenweihe abzuhalten. Angesichts des Feuerwehrfestes in jenem Jahr und der 1200-Jahr-Feier der Pietlinger Kirche im Jahr 1992 hielt das Jahr des fünfjährigen Bestehens für das geeignete.

Eine Reihe großer sportlicher Ereignisse prägte die vierte Schießsaison, die Ende September 1987 mit dem Anfangsschießen eröffnet wurde. nach wie vor ungebrochen war das Interesse bei den Mitglieder: Zu den größeren Schießen kamen im Durchschnitt 60 bis 70 Schützen und Schhützinnen, an der wöchentlichen Jahrswertung beteiligten sich rund 60 Mitglieder. Herausragende Ergebnisse im Herbst waren die starke Beteiligung beim Standeröffnungsschießen mit Gaukönigsschießen in Tittmoning, das Guttenberger-Geburtstagschießen, das die drei Fridolfinger Schützenvereine zu Ehren des Gauschützenmeisters abhielten und das Wimpelschießen, das erstmals bei den Martinischützen stattfand.

sechs Schützenvereine zeigen freundschaftliche Verbundenheit beim traditionellen Wimpelschießen (von links: Alois Lex, Hans Prams, Alfons Gaugler, Otto Huß, Hubert Schwaiger, Helmut Stockhammer, Hans Kellner)

In diesem Jahr wagte man auch den Einstieg bei den Rundenwettkämpfen des Rupertigaues, wo man natürlich ganz unten, in der niedrigsten Gauklasse F 1 beginnen musste. Doch die schuss- und nervensicher Mannschaft um Sportwart Huber Schwaiger würde gleich Gruppensieger und stieg in die E 2 auf. Aufgrund einer organisierten Umstellung im Gauverband, stiegen die Martinischützen dann im Frühjahr glich noch einmal on die nächsthöhere Klasse E 1 auf.

Nach den End- und Königsschießen 1988 regierte eine Königin bei den Martinischützen: Annette Lenz bekam von Georg Huber die Schützenkette umgehängt, um mit ihr ein Jahr lang den Verein zu repräsentieren. Wurtkönigin wurde in jenem Jahr Marianne Kraller, Brezenkönig Josef Obermaier. Beim Nachwuchs holte sich Günter Maier die Königswürde, Wurtskönig wurde Robert Huber und Brezenkönig Georg Zebhauser. Bei der vierten Jahreshauptversammlung warf die Fahnenweihe ihre ersten Schatten voraus: Bürgermeister Josef Mörtl sagte zu, die Schirmherrschaft zu übernehmen und der Festausschuss wurde gebildet.

Zwar beherrschten auch in der fünften Schießsaison ab September 1988 die sportlichen Ereignisse das Vereinsleben bei den Martinischützen, doch gab es auch bereits erste Vorbereitungen im Zusammenhang mit der Fahnenweihe. Besonders freute man sich im November über das Ereignis des traditionellen Wimpelschießen, ais dem dem Pieltinger Schützen erstmals als Sieger hervorgingen. Eine Besonderheit gab es beim lustigen Saukopfschießen am Dreikönigstag 1989: Willi Zebhauser, ein gebürtiger Pieltinger, der jetzt in Töging lebt, fühlt sich noch immer mit dem Heimatort verbunden und stiftete aus Anlass des 1200jährigen Kirchenjubiläums eine Scheibe.

Wiederum einen neunen Teilnehmerrekord erbrachte im Februar 1989 die Gemeindemeisterschaft im Luftgewehrschießen, die zum zweiten Mal im Gasthaus Gruber ausgetragen wurde. 398 Teilnehmer in 49 Mannschaften kämpften um die vielen Preise.

In wichtiger Mission fuhren die Martinischützen am 1. April nach Götzing ins Gasthaus Raab: Ein Pate wurde gesucht für die Fahnenweihe, wofür man die Neu-Fridolfinger Schützen gewinnen wollte. Da man wusste, dass solche Bitten meist erst nach zähen Verhandlungen erhört werden, hatte man vorgesorgt und brachte neben der Aussicht auf viel Gertensaft auch eine gute Brotzeit mit. Die Götzinger Schützen waren beim Anblick der vielen Krapfen und Pavesen, des reschen Bauernbrotes, von G'selchtern und Leberkäse schnell überredet und die Patenschaft wurde feierlich besiegelt.

An diesem Abend wurden auch die Festdamen zur Fahnenweihe vorgestellt: Fahnenmutter Agnes Lenz, Fahnenbraut Brigitte Heidelsperger, Patenbraut Katrin Obermayer, Ilse Kellner als Trägerin des Bandes der Wirtsleute und Eva Niederwinkler als Trägerin des Trauerbandes. Als Patenbraut des Schützenvereines-Neu-Fridolfing wurde Barbara Hartl vorgestellt. Das Patenbitte wurde von der Blaskapelle Fridolfing musikalisch umrahmt und noch lange saßen die vielen Schützen und Schützinnen beider Vereine zusammen und feierten die freundschaftlich Verbundenheit.

Die Martinischützen beim Patenbitten in Götzing

Letzter Höhepunkt der Schießsaison war das End- und Königschießen, ei den Sieglinde Jäger die besondere Ehre zuteil wurde, im Jahr der Fahnenweihe Schützenkönigin zu werden. Wurtskönigin wurde 1989 Irmgard Obermayer, Brezenkönig Bernhard Schönsmaul. Bernhard Hafner kann als neuer Jugendschützenkönig die Königskette der Jugend tragen, deren Kauf noch vor dem Fest durch einige großzügige Spenden ermöglicht wurde. Wurstkönig bei der Jugend wurde Martin Zebhauser und Brezenkönig Bernhard Kraller. Vor der Sommerpause fanden noch ein fröhliches Vergleichschießen gegen die Schützen aus Waging und die Jahreshauptversammlung statt.

Der Festausschuss zur Fahnenweihe der Martinischützen 1989

sitzend. (v.li.) Hans Kellner, Agnes Huber, Hildegard Schild, Alois Lex

stehende: (v.li.) Gottfried Melcher Herbert Jäger, Hubert Schwaiger, Ludwig Peham, Hans-Jürgen Kellner

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